TBV-Mannschaftsfoto_16_17_sAm 3. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga konnte der TBV Lemgo seine ersten zwei Punkte in der Saison 2016/17 sammeln. In einer spannenden Partie entschieden die Hausherren das Spiel 28:27 (17:13) für sich. Als erste Sieben betraten Patrick Zieker, Tim Suton, Ionut Ramba, Anton Månsson, Rolf Hermann, Tim Hornke und Piotr Wyszomirski das Feld, im Angriff wechselte Ramba mit Stenbäcken. Das erste Tor des Abends gehörte dem HC Erlangen, der einen Siebenmeter verwandeln konnte. Die gleiche Situation zeigte sich im anschließenden TBV-Angriff, den Hornke vom Punkt erfolgreich abschließen konnte. Nach fünf gespielten Minuten konnte sich noch keine Mannschaft absetzen, 3:3 lautete der Spielstand. Eine Lemgoer Zwei-Tore-Führung stellte sich in der zehnten Spielminute zum 7:5 durch Stenbäcken ein, der in der von Beginn an aus dem Rückraum zündete. Hermann erhöhte in der Folge sogar auf 8:5, Wyszomirski parierte im Kasten und wieder war es Hermann, der sogar noch einen drauf legte. Gästetrainer Robert Anderson nahm beim 9:5 seine erste Auszeit.

 

 

Vor allem Suton und Stenbäcken machten im Angriff ordentlich Dampf, schlossen dann entweder selbst ab oder bedienten ihre Nebenleute. Als den TBV die erste Zeitstrafe ereilte, getroffen hatte es Ramba, agierte das Kehrmann-Team ohne Torwart und mit zusätzlichem Feldspieler. Die Maßnahme klappte, Hermann markierte seinen dritten Treffer zum 11:6. Bitter erwischte es Erlangens Nikolai Link, der in der 18. Spielminute zu Boden ging, sich schmerzverzerrt den Fuß hielt und ohne Umwege humpelnd den Weg in die Kabine antrat. Einige Minuten später kam der Halblinke allerdings zurück. Zu diesem Zeitpunkt führten die Lemgoer 12:8. Auch unter Zeitdruck bei gehobenem Schiedsrichterarm ließ sich der TBV nicht aus der Ruhe bringen. Suton spielte einen cleveren Pass auf Månsson, der einnetze und auf 13:8 erhöhte. Doch gänzlich abschütteln ließ sich Erlangen nicht. Die Gäste blieben hartnäckig und kamen sieben Minuten vor der Halbzeit auf 14:11 heran. Lemgo wechselte unterdessen: Christian Klimek kam für den Kreis, Jonas Maier zwischen den Pfosten, doch ein Lemgoer Doppelpack von Klimek und Hermann stellte das 16:11 kurz vor der Pause her. In die Kabine ging es mit einem 17:13.

 

 

Die zweite Halbzeit startete holprig mit einem unglücklichen Pass und einer Erlanger Torwartparade. Beim Stand von 18:15 holte Erlangens Michael Haaß Suton aus vollem Lauf aus der Luft und kassierte eine glatte rote Karte. Nach kurzer Behandlung konnte der Lemgoer Mittelmann aber weiterspielen. Das Spiel verlief ausgeglichen. Dem HCE gelangen mitunter leichte Tore aus der zweiten Reihe, ebenso aber dem TBV, der nach 39 Minuten 21:16 führte. Ionut Ramba kassierte in der 40. Minute seine dritte Zeitstrafe und musste mit roter Karte das Feld räumen. Für ihn ackerte fortan Stenbäcken gemeinsam mit Månsson im schwedischen Mittelblock. Zehn Minuten vor Schluss führe der TBV nur noch 25:22 und die Erlanger kamen in Ballbesitz, den blitzschnellen Tempogegenstoß parierte der wieder eingewechselte Wyszomirski mit der Fußspitze und brachte die Lipperlandhalle damit zum Kochen. Die Euphorie währte nur kurz, denn der HCE konnte nach einem Lemgoer Ballverlust erneut verkürzen und kam sogar bis auf ein Tor heran, was Florian Kehrmann zu einer Auszeit veranlasste. Der TBV-Trainer entschied sich für das Mittel des siebten Feldspielers, holte Wyszomirski auf die Bank und ließ mit zwei Kreisläufern spielen. Drei Minuten galt es bis zum erlösenden Schlusspfiff zu überstehen bei einem Vorsprung von zwei Toren. Vorne scheiterte Hornke am HCE-Schlussmann und wurde noch einmal richtig spannend. Beim Stand von 27:26 holte Suton hinten das Stürmerfoul und vorne netzte Hermann wenn auch glücklich ein. Der TBV Lemgo holte sich am Ende die ersten zwei Punkte in der Saison mit einem denkbar knappen 28:27.

 

 

Robert Anderson: Glückwunsch an Lemgo. Wir haben leider wieder ein bisschen zu passiv in der Abwehr angefangen. Wir wollten das eigentlich anders machen, haben es uns aber selber schwer gemacht. Erst nach 45 wurde es besser, aber das war zu spät, um zu gewinnen. Mit dem Angriff bin ich zufrieden, wir haben viele Tore aus dem Rückraum gemacht, das war super. Aber kaum zu sehen waren schnelle Tore aus dem Umschaltspiel, daran müssen wir arbeiten. Insgesamt sind 27 Auswärtstore aber gut.

 

 

Florian Kehrmann: Heute haben wir von Anfang an gezeigt, wer der Herr im Haus ist. Wir haben konzentriert und auf den Punkt gespielt. Trotzdem habe ich ein bisschen Grummeln im Bauch, weil wir in der ersten Halbzeit nicht richtig in die Abwehr kamen. Wir müssen viel mehr Deckung spielen und viel härter. Vorne haben wir uns teilweise sehr schwer getan. Erlangen kam als Mannschaft mit viel Selbstbewusstsein, da gehen die Bälle auch einfach mal von dreizehn Metern ins Tor. Wir hingegen spielen vorne die Sachen aus und dann zittert die Hand. Kämpferisch haben wir heute den Ticken mehr gemacht, das war das kleine Plus. Mit Ergebnis bin ich zufrieden, aber das können wir noch besser.

 

 

TBV Lemgo: Wyszomirski, Maier; Månsson (3), Kogut, Ramba, Hornke (7), Stenbäcken (4), Hermann (7), Suton (5), Valiullin, Klimek (1), Zieker (1).

 

 

 

 

Pressemeldung TBV Lemgo