BUZ siehe Text unten Foto: IHK Lippe


Der Industriestandort Lippe entwickelt sich positiv. Das Auslandsgeschäft brummt. Was hinterherhinkt, ist die Verkehrsinfrastruktur vor Ort. Defizite bei der Verkehrsanbindung sind für die lippische Wirtschaft – leider – ein „Dauerbrenner“. Deshalb hat die IHK Lippe zu Detmold (IHK Lippe) ein Positionspapier zur Verkehrsanbindung entwickelt. „Im Leitfaden „Mobilität ist Zukunft“ werden Schwachstellen bei der Erschließung Lippes dargestellt und konkrete Forderungen zur Situationsverbesserung formuliert“, so der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses Claus-Richard Lange. Von zentraler Bedeutung für die Region ist das Straßennetz und dabei insbesondere der Aus- und Neubau der Bundesstraßenachsen B1, B66, B238, B239 sowie der Ostwestfalenstraße (B252/L712). 
Im Vergleich zu den teils überdurchschnittlichen Wirtschaftsstrukturdaten ist die Verkehrsinfrastruktur Lippes eher unterdurchschnittlich. Weite Teile liegen abseits der Autobahn und der Haupttrassen des Schienenverkehrs. Bundes- und Landesstraßen sind nur teilweise leistungsfähig ausgebaut, es fehlen Ortsumgehungen. Der Fahrbahnbelag der Straßen ist in Teilen marode.
Die Straße ist und bleibt mit Abstand Verkehrsträger Nr. 1 in Lippe“, betont Claus-Richard Lange die Situation. Umso wichtiger sei es da, dass auf den Straßenerhalt und die Verbesserung des Straßennetzes Priorität gelegt würde. Basis dafür sei eine langfristige Finanzierungsgrundlage. Die IHK Lippe appelliert an Bund und Land, die hohen Einnahmen aus dem Verkehrsbereich stärker zu reinvestieren. Projekte müssen zügig vorangebracht werden. Dafür sind entsprechend Planerkapazitäten bereitzustellen.
Die Liste der in Lippe dringend umzusetzenden Maßnahmen ist lang. Werden alle Projekte aus den Plänen von Bund und Land realisiert, so kostet das etwa 250 Millionen Euro. Nach Meinung der IHK allerdings eine lohnende Investition, schließlich seien Straßenbauprojekte aus volkswirtschaftlicher Sicht meist hoch profitabel, da ihr Nutzen die Kosten um ein Vielfaches übersteige.
Die IHK Lippe plädiert dafür, die Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplans bald in die Tat umzusetzen. Demnach werden 18 Teilprojekte entlang von Bundesstraßenachsen zu bewältigen sein. Erfreulicherweise ist mit den Spatenstichen in Leopoldshöhe/Asemissen und in Barntrup ein Anfang entlang der Bundesstraße 66 bestritten worden.
Nicht nur bei Lippes Straßen, sondern auch bei der Schiene gilt es aufzuholen. Die vorhandenen Schienenwege haben eine hohe Bedeutung für den Personenverkehr. „Trotz guter Akzeptanz bei den Nutzern sind die Entwicklungen der letzten Jahre aber bedenklich“, beklagt IHK-Verkehrsreferentin Jenny Krumov die Lage. Ausweichgleise wurden zurückgebaut. Dadurch wird der Regionalverkehr unpünktlicher und es werden Anschlusszüge für den Fernverkehr verpasst.
Eine gut ausgebaute und damit leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Lippe“, appelliert IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens. Und er ergänzt: „Wir können es uns nicht leisten, von anderen Regionen abgehängt zu werden. Daher richten wir uns mit diesem Impulspapier an die verantwortlichen Stellen in Politik und Verwaltung. Helfen Sie mit, die Verkehrsinfrastruktur in Lippe zu stärken, denn Wachstum braucht Mobilität.“
BUZ:
Präsentierten das Positionspapier Verkehr: Claus-Richard Lange, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses (l.), IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens und Referentin Jenny Krumov

Foto: IHK Lippe
Pressemeldung IHK Lippe Detmold