Vergleich der Module: Die Test-Wand ist bereits sieben Jahre alt, die neuen Module sind noch leistungsfähiger bei geringerem Strombedarf.

Bereits um 0.30 Uhr machte sich eine beauftragte Firma aus dem rund 500 km entfernten Freisen auf den Weg nach Blomberg. Ziel der Reise: Der Blomberger Vattipark. Der Auftrag: Errichtung einer Video-Wand um eine Veranschaulichung des möglichen Bauprojekts vor Ort zu ermöglichen. In der Vergangenheit hatte es viele Diskussionen rund um das Thema „Umgestaltung Vattipark“ gegeben und auch die Videowand stand bei vielen Bürgern in der Kritik. Im Gespräch mit dem Hersteller der Videowand erklärte Volker Bier: „Wir haben bereits eine Vielzahl von Videowänden errichtet und können feststellen, dass sich die Verkehrssituation dadurch sogar entspannt – die Menschen fahren doppelt konzentriert.“

 

Bier schilderte kurz das Szenario einer von seiner Firma selbst betriebenen Wand: „An einer Verkehrsinsel hatte es in der Vergangenheit einmal pro Monat gekracht. Dennoch sollte dort eine Videowand errichtet werden. Allerdings gleich an die Bedingung geknüpft, dass wenn sich die Zahl der Unfälle mehrt, diese wieder abbauen zu müssen. Das Gegenteil ist eingetroffen. Die Wand steht nun schon lange vor Ort und es trägt sich lediglich noch ein Unfall pro Jahr zu – aber bestimmt nicht wegen der Videowand.“

 

Auch bezüglich der Sachbeschädigung gibt es seitens des Herstellers Entwarnung: „Wir haben bislang keine Probleme mit Sachbeschädigungen. Bislang noch nicht einen Vorfall mit Sprayern gehabt.“ Einen Vorfall gab es dann doch, auf einer Veranstaltung bewarf ein Clown Kinder mit feuchten Wattebauschen. Die Kinder warfen diese dann an die Wand wo sie eingetrocknet sind.

 

Laut Auskunft eines Vertriebsmitarbeiters wird die geplante Wand für Blomberg rund 55.000 Euro kosten, dies bereits inkl. Zubehör, allerdings ohne technischen Anschluss und ohne die Rahmenkonstruktion. Der Testaufbau wird die Stadt rund 2.400 Euro kosten, würde aber bei einer Beauftragung verrechnet werden. Die Wartung der Anlage, die einmal im Jahr zu erledigen ist, kann von einem Elektriker vor Ort gemacht werden und wird maximal 3 Stunden in Anspruch nehmen. Die Filter der Anlage müssen ausgesaugt bzw. ausgeblasen werden, sie dienen den einzelnen Modulen als Schutz vor Staub und Co.

 

Der Kontrast der Anlage wird übrigens automatisch geregelt, Sensoren messen das Umgebungslicht und passen die Strahlkraft der Module an. Technikinteressierte finden HIER ein Datenblatt zu den Hochleistungs-Modulen, die auch die Übertragung von zum Beispiel Fußballspielen problemlos zulassen würden.

 

 

Volker Bier erklärte auf Nachfrage: „Wir haben selbst eine Videowand in Betrieb, die sich trotz der gleichen Größe wie sie für Blomberg angedacht ist, von Hand drehen lässt. Ermöglicht wird das Ganze durch ein Teflon-Lager.“ Sicherlich verteuert sich dadurch die Rahmenkonstruktion für die eigentliche Wand, aber ein Zweitnutzen könnte doch tatsächlich interessant sein. Wenn man die Wand drehen würde, so könnte aufgrund der dahinter befindlichen Hanglage einer Vielzahl von Zuschauern der Blick auf die Wand ermöglicht werden. Die Absicherung zur Straße hin durch Bauzäune sollte ebenfalls kein großes Problem darstellen. Bestimmt lassen sich auch gastronomische Betriebe aus Blomberg finden, die ein Public Viewing begleiten würden. Die EM 2020 im Vattipark ist zwar noch ein wenig hin, könnte aber eventuell die Gemüter auch rückwirkend ein wenig besänftigen.

 

Die Wand wird noch bis in den Nachmittag vor Ort verbleiben und die Blomberger können sich vor Ort direkt ein Bild machen.


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